Das Strafverfahren

Der Ablauf des Strafverfahren

1. Die Straftat wird polizeibekannt

Die Polizei bzw. Staatsanwaltschaft erhält die Nachricht, dass eine Straftat begangen wurde und nimmt die Ermittlung auf.

Die Ermittlungstätigkeit besteht darin, verschiedenste Informationen zu sammeln, die den Strafvorwurf entweder bestätigen oder aber widerlegen beziehungsweise unwahrscheinlich erscheinen lassen.

 

Das werden wir als Ihr Verteidiger tun:

Wir erläutern Ihnen Ablauf des Strafverfahrens und Ihre Rechte.

Wir geben Ihnen eine Empfehlung, was als nächstes zu tun ist.

Wir werden Akteneinsicht beantragen, die belastenden Informationen in der amtlichen Ermittlungsakte mit Ihnen besprechen, prüfen, ob es entlastende Beweismittel gibt und ob der Strafvorwurf rechtlich zutrifft. Anhand dieser Informationen werden wir mit Ihnen eine Verteidigungsstrategie entwickeln.

 

2. Staatsanwaltschaft

Die Staatsanwaltschaft wertet die Informationen aus dem Ermittlungsverfahren aus und trifft eine Entscheidung, ob und gegebenenfalls wie die Angelegenheit weitergeht. Es gibt drei grundsätzliche Entscheidungen:

  • Das Verfahren wird eingestellt.
  • Die Staatsanwaltschaft beantragt den Erlass eines Strafbefehls (der Strafbefehl ist der Vorschlag eines Urteils ohne Gerichtsverhandlung).
  • Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage.

 

Bevor sich die Staatsanwaltschaft auf eine der drei Entscheidungen festgelegt hat, werden wir das bisherige Ermittlungsergebnis rechtlich und inhaltlich prüfen.

 

Wenn die Angelegenheit reif für eine Entscheidung ist, werden wir darauf hinwirken, dass das Verfahren gegen Sie eingestellt wird.

Da es leichter ist, eine Entscheidung zu treffen als eine einmal getroffene Entscheidungen rückgängig zu machen, ist eine möglichst frühzeitige Einschaltung eines Verteidigers so wichtig. Nur so kann es ihm gelingen, Einfluss auf die Entscheidung der Staatsanwaltschaft zu nehmen.

 

Sollte eine Bestrafung unausweichlich sein, werden wir prüfen, ob der Erlass eines günstigen Strafbefehls für Sie die bessere Alternative zu einer Gerichtsverhandlung ist. Gegebenenfalls werden wir mit der Staatsanwaltschaft über einen Strafbefehl und über dessen Höhe verhandeln.

 

Wenn Sie erst nach Zustellung eines Strafbefehls einen Verteidiger beauftragen, wird dieser innerhalb der gesetzlichen Frist von zwei Wochen nach Zustellung des Strafbefehls Einspruch einlegen, Akteneinsicht beantragen und die weitere Vorgehensweise bzw. Verteidigungsstrategie mit Ihnen besprechen.

 

3. Anklage und Gerichtsverhandlung

Es kommt nach Erhebung der Anklage zu einer Gerichtsverhandlung.

Wir werden Sie auf die Verhandlung genau vorbereiten und die Verteidigungsstrategie besprechen. In der Gerichtsverhandlung werden wir durch entsprechende Fragen die Glaubhaftigkeit von belastenden Zeugenaussagen überprüfen bzw. zu erschüttern versuchen.

Nnach Möglichkeit werden dann entlastende Beweismittel wie z.B. Zeugen oder Dokumente präsentieren und gegebenenfalls Anträge zu Ihrer Entlastung stellen. Wenn ausnahmsweise nur noch ein Geständnis zu einem milderen Urteil führen kann, werden wir auf den günstigsten Zeitpunkt eines Geständnisses achten.

Wenn es aus irgend einem Grund sinnvoll ist, dass Sie im Prozess eine Erklärung abgeben, wird Ihr Verteidiger prüfen, ob Sie diese mündlich vortragen oder ob Ihr Verteidiger nicht besser eine schriftliche Erklärung für Sie verliest oder eine mündliche Erklärung an Ihrer Stelle abgibt.

Im Schlussvortrag (Plädoyer) werden wir das Ergebnis der Beweisaufnahme zu Ihren Gunsten würdigen und versuchen, das Gericht von einem Freispruch oder aber von einer möglichst geringen Strafe zu überzeugen.

 

4. Das Urteil und seine Folgen

Das Urteil ist nicht zu Ihrer Zufriedenheit ausgefallen.

Wir werden mit Ihnen die Erfolgsaussichten eines Rechtsmittels (Berufung oder Revision) besprechen und gegebenenfalls das erfolgversprechende Rechtsmittel für Sie einlegen.

Okt 9, 2014 | Posted by | Kommentare deaktiviert für Das Strafverfahren
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